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Friday, June 9 • 10:45 - 11:45
Der Kampf um Aufmerksamkeit — Schwierige Zeiten für Medien

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Lange, lange ist es her: Die Medien berichten, analysieren und kommentieren, was
wichtig ist - oder was sie für wichtig erachten. Die Sender, Zeitungen und Magazine
lieferten - die Bürger/innen nutzten die Angebote.
 
Diese Zeiten sind längst vorbei: Nicht nur Politiker/innen nutzen Facebook und Co zur
direkten Kommunikation mit den Bürgern. In der Dokumentation "Nervöse Republik"
(Autor Stephan Lamby) schildern einige die Vorteile - zum Beispiel Sahra Wagenknecht:
"Weil mich da keiner filtert. Da kann ich mitteilen, was ich für richtig halte". Oder Frauke
Petry (AfD): "Der große Vorteil ist, dass kein Filter zwischen uns als politischer Sender und
dem Bürger oder auch der politischen Konkurrenz als Empfänger der Botschaft ist."

Zunehmend entscheiden also nicht mehr Journalisten/innen, was relevant oder nur ,
aufgebauscht , was falsch oder was richtig ist. Die immer wieder zitierte "Mittlerfunktion"
zwischen den Akteuren und den Bürgern ist bei vielen nicht mehr gefragt, wird in Frage
gestellt. Zunehmend füttern Verbände, Behörden, Konzerne oder Parteien mit eigenen
(PR)Texten das Netz, abrufbar für alle.

Es entstehen sogenannte Filterblasen. Die Leser/innen erfahren nur noch das, was sie
in ihrer Meinung, ihrer Sicht der Welt bestärkt. Viele wollen das auch genau so.
Der notwendige Diskurs, das Austauschen von Fakten und Argumenten wird zunehmend
schwierig. Abstruse Verschwörungstheorien  sind für viele eben einfacher zu konsumieren
als die differenzierte Darstellung einer komplizierten Gesamtschau.

Und manche Medien reagieren auf den Bedeutungsverlust mit schrillen Schlagzeilen,
einer aufgeregten Skandalisierung, einer vereinfachenden Personalisierung. Immer
auf der Jagd nach Klickzahlen, Auflagen, Quoten - und Aufmerksamkeit. Und fördern
damit genau das, was andere Verlage und Sender beklagen: Den Verlust an Glaubwürdigkeit,
Seriosität und Vertrauen.

Was also tun ? Wie sollen, wie können (seriöse und ernsthafte) Medien sich mit ihren
Angeboten behaupten,  wie können sie ihrer großen Verantwortung für den in einer Demokratie
so dringend erforderlichen Diskurs gerecht werden ? Was tun in Zeiten, wo auf der Straße und
im Netz die Medien entweder als "Lügenpresse" diffamiert oder als "Handlanger von denen da
oben" attackiert werden?

Auf dem Panel "Der Kampf um Aufmerksamkeit" diskutieren Journalisten/innen, die ihren Job
lieben, um Glaubwürdikeit kämpfen, sich Kritikern täglich stellen - aber auch wissen: Die Zeiten
sind schwieriger geworden.

Links zum Thema: 

Dunja Hayali und Anja Reschke im Interview:
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/dunja-hayali-und-anja-reschke-im-interview-der-schlimmste-brief-war-von-einem-jungen-maedchen/19282264-2.html

Anja Reschke sagt Flüchtlingshassern ihre Meinung:
http://www.focus.de/kultur/videos/ard-tagesthemen-im-originalvideo-hier-geigt-die-ard-frau-fluechtlingshassern-ihre-meinung_id_4863756.html

Armin Wolf: Er fragt: zu kritisch, zu hartnäckig
http://www.sueddeutsche.de/medien/oesterreichischer-rundfunk-er-fragt-zu-kritisch-zu-hartnaeckig-1.3476019

BR Radio: Streit um Armin Wolf
http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/medienmagazin/medien-kritik-unerwuenscht-streit-um-orf-anchor-armin-wolf-100.html


ORF-Moderator Armin Wolf verteidigt Politiker-Grillen:
http://www.presseportal.de/pm/20126/3627447

ORF stößt sich an Interview Stil von Armin Wolf: 
https://www.piqd.de/medien-gesellschaft/hart-aber-unfair-orf-stosst-sich-an-interview-stil-von-armin-wolf












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Petra Sorge

Freie Journalistin
Petra Sorge ist freie Journalistin in Berlin. Sie war Redakteurin und zuletzt Onlineverantwortliche bei Cicero, im Herbst 2016 schrieb sie als Medienbotschafterin der Boschstiftung für "The Indian Express" in Delhi. Sie ist nr-Mitglied und Jurymitglied der "Initiative Nachrichte... Read More →

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Julia Stein (requested)

1. Vorsitzende, Netzwerk Recherche
Julia Stein ist Erste Vorsitzende des Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche.Seit September 2016 Leiterin der trimedialen Redaktion Politik und Recherche im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein. Zuvor war sie stellvertretende Leiterin im Ressort Investigation, Chefin des Teams Recherche... Read More →
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Klaus Brinkbäumer

Chefredakteur, DER SPIEGEL
Klaus Brinkbäumer wurde am 27. Januar 1967 in Münster/Westfalen geboren. Nach dem Abitur machte er ein Volontariat bei "Weltbild". Im Anschluss an das Studium an der University of California at Santa Barbara/USA arbeitete er für die "Abendzeitung" in München und den "Berliner... Read More →
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Stephan Lamby

Autor, Produzent, ECO Media TV
Stephan Lamby studierte in Marburg und Hamburg Germanistik und Anglistik. Er arbeitete als freier Journalist in New York und als stellv. Chefredakteur bei Radio 107 in Hamburg. Seit 1992 war Stephan Lamby beim Fernsehmagazin der ZEIT stellv. Redaktionsleiter und Moderator, seit 1997... Read More →
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Anja Reschke

Leiterin Innenpolitik, NDR
Anja Reschke studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Sozialpsychologie in München. 1993 begann sie als freie Reporterin bei Antenne Bayern. 1998 trat Reschke ihr Volontariat beim NDR an. Ab 2000 iwar sie freie Autorin bei Panorama und seit Juli 2001 Moderatorin der Sendung... Read More →
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Armin Wolf

stellv. Chefredakteur, ORF Fernsehen
Armin Wolf ist stv. Chefredakteur des ORF-Fernsehens und seit 2002 Moderator des politischen Tagesmagazins „ZiB 2“. Er arbeitet seit 1985 für den ORF, u.a. als Politik-Redakteur in Radio und Fernsehen, USA-Korrespondent und Redaktionsleiter. Zahlreiche Auszeichnungen, v.a. für... Read More →



Friday June 9, 2017 10:45 - 11:45
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